Die drei Säulen der Bestattungsvorsorge
1. Bestattungsverfügung
Was: Schriftliche Festlegung Ihrer Wünsche (Bestattungsart, Ablauf, Musik, Grabgestaltung).
Kosten: Kostenlos (formlos möglich)
Vorteil: Ihre Angehörigen wissen genau, was Sie sich gewünscht haben.
Nachteil: Regelt nicht die Finanzierung.
2. Vorsorgevertrag
Was: Vertrag mit einem Bestatter, der alle Leistungen und Kosten zu Lebzeiten festlegt. Geld wird treuhänderisch verwahrt.
Kosten: 3.000–10.000 € (je nach Umfang)
Vorteil: Alles geregelt, Preis fixiert, Schonvermögen.
Nachteil: Bindung an einen Bestatter.
3. Sterbegeldversicherung
Was: Versicherung, die im Todesfall eine vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen auszahlt.
Kosten: 10–50 €/Monat (je nach Alter und Summe)
Vorteil: Flexible Verwendung, kein Bestatter vorbestimmt.
Nachteil: Wartezeiten, ggf. Gesundheitsprüfung.
Vorsorgevertrag im Detail
Der Bestattungsvorsorgevertrag ist die umfassendste Form der Vorsorge. Sie schliessen ihn direkt mit einem Bestattungsunternehmen ab und regeln darin:
- Die gewünschte Bestattungsart (Feuer, Erd, Wald, See)
- Den Umfang der Trauerfeier (Redner, Musik, Blumen)
- Sarg oder Urne (Material, Gestaltung)
- Den gewünschten Friedhof und die Grabart
- Alle weiteren persönlichen Wünsche
Achten Sie darauf, dass das Geld treuhänderisch bei einer unabhängigen Treuhandstelle verwahrt wird (z. B. Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG). So ist es geschützt, falls der Bestatter insolvent wird — und gilt als Schonvermögen beim Sozialamt.
Vorsorgevertrag: Vorteile
- Preissicherheit: Sie zahlen heutige Preise, auch wenn die Bestattung erst in 20 Jahren stattfindet.
- Schonvermögen: Das Geld im Treuhandvertrag wird nicht auf Sozialleistungen (Grundsicherung, Pflegeheim) angerechnet.
- Entlastung: Ihre Angehörigen müssen keine schwierigen Entscheidungen unter Zeitdruck treffen.
- Rechtsverbindlich: Der Bestatter ist an die vereinbarten Leistungen gebunden.
Worauf Sie achten sollten
- Nur bei seriösen Bestattern abschliessen (unsere Qualitätskriterien)
- Treuhandverwahrung des Geldes verlangen (nicht beim Bestatter direkt einzahlen)
- Vertrag sorgfältig durchlesen und ggf. von Verbraucherzentrale prüfen lassen
- Kündigungsbedingungen prüfen (was passiert bei Umzug oder Anbieterwechsel?)
- Angehörigen Bescheid geben, wo der Vertrag aufbewahrt wird
Sterbegeldversicherung im Detail
Eine Sterbegeldversicherung ist eine Kapitallebensversicherung, die im Todesfall eine vereinbarte Summe (meist 3.000–15.000 €) auszahlt. Im Gegensatz zum Vorsorgevertrag ist das Geld nicht zweckgebunden — die Hinterbliebenen können frei darüber verfügen.
| Kriterium | Vorsorgevertrag | Sterbegeldversicherung |
|---|---|---|
| Zweckbindung | Ja (Bestattung) | Nein (frei verfügbar) |
| Schonvermögen | Ja (Treuhand) | Unter Umständen |
| Gesundheitsprüfung | Nein | Teilweise |
| Wartezeit | Keine | Oft 6–36 Monate |
| Preissicherheit | Ja (Festpreis) | Nein (Inflation) |
| Flexibilität | Eingeschränkt | Hoch (frei wählbar) |
| Empfohlen für | Detailplaner | Flexible Absicherung |
Bestattungsverfügung: Der erste Schritt
Eine Bestattungsverfügung ist der einfachste und kostenloseste Einstieg in die Vorsorge. Sie können sie formlos handschriftlich verfassen. Notieren Sie:
- Gewünschte Bestattungsart
- Bevorzugter Friedhof / Bestattungsort
- Wünsche zur Trauerfeier (Lieder, Texte, Blumen)
- Ob Sie eine Aufbahrung wünschen
- Personen, die benachrichtigt werden sollen
- Ob Sie Organspender sind
Bewahren Sie die Bestattungsverfügung nicht im Bankschliessfach auf (darauf haben Angehörige nach dem Tod möglicherweise keinen sofortigen Zugriff). Besser: Bei einer Vertrauensperson, beim Bestatter (falls Vorsorgevertrag) oder beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer.
Unser Rat
Unsere Empfehlung für die meisten Menschen: Beginnen Sie mit einer Bestattungsverfügung (kostenlos, sofort machbar) und erwägen Sie einen Vorsorgevertrag mit Treuhandverwahrung, wenn Sie die Finanzierung sichern und Ihre Angehörigen maximal entlasten möchten.
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Häufig gestellte Fragen zur Bestattungsvorsorge
Was ist ein Bestattungsvorsorgevertrag?
Ein Bestattungsvorsorgevertrag ist eine Vereinbarung mit einem Bestattungsunternehmen, in der Art, Umfang und Kosten der eigenen Bestattung zu Lebzeiten festgelegt werden. Das Geld wird treuhänderisch verwahrt und ist vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt.
Was kostet eine Bestattungsvorsorge?
Ein Bestattungsvorsorgevertrag kostet je nach gewählter Bestattungsart zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Sterbegeldversicherungen beginnen bei etwa 10-50 Euro monatlich. Eine Bestattungsverfügung ist kostenlos.
Ist das Geld im Vorsorgevertrag vor dem Sozialamt geschützt?
Ja, ein treuhänderisch verwalteter Bestattungsvorsorgevertrag gilt als zweckgebundenes Schonvermögen und ist vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt. Dies wurde durch die Rechtsprechung mehrfach bestätigt. Wichtig: Das Geld muss bei einer unabhängigen Treuhandstelle verwahrt werden, nicht beim Bestatter direkt.
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